Spielbericht: Alte Herren trotzen Schalke 04 bei der Kunstraseneinweihung ein 2:2

Rund um die Einweihung des neuen Kunstrasenplatzes im Stadion Stiftung Duhmes Hof ist die Traditionself des FC Schalke 04 zum Einlagespiel angetreten. In einem unterhaltsamen Spiel trennten sich beide Mannschaften mit 2:2 unentschieden. Für RWM waren Maik Bolte und Dennis Kleinewietfeld als Torschützen erfolgreich.

Gruppenfoto beider Mannschaften

Bei der Kunstraseneröffnung stand ein echtes Highlight für unsere Alten Herren auf dem Programm, die Traditionself des FC Schalke 04 stand als Gegner parat, die mit dem Mannschaftsbus des frisch gebackenen Zweitligameisters der Erstvertretung angereist. Zwecks dieses speziellen Spiels haben sich die alten Herren Sondertrikots anfertigen lassen, mit spezieller Widmung des Spiels sowie festen Trikotnummern inkl. Namesaufdruck. Die Vorbereitung auf das Spiel war zwar nicht einfach, da das Aufwärmprogramm der Alten Herren durch die Nachricht, dass die Schalker im Stau stehen und der Anstoß verschoben werden muss, den Ablauf ein wenig durcheinander wirbelte. So allerdings konnten sich die alten Herren ein wenig aufwärmen und das Programm für die offiziellen Eröffnungsreden und Ehrungen unterbrechen und als Team dieses verfolgen. Im Anschluss an die Reden folgte dann eine weitere kurze intensive Aufwärmphase, ehe es, begleitet von unseren G- und F2-Jugendmannschaften als Einlaufkinder, auf dem Platz ging. Gespielt wurde im übrigens 2x40 Minuten mit beliebig vielen Ein- und Auswechslungen. Auch rein- und rauswechseln war erlaubt, in der zweiten Hälfte wurde dann durch Schiedsrichter David Hartenstein angekündigt, dass kleinere Auswechslungen bei Spielunterbrechung fliegend gewechselt werden dürfen, und keine Kenntnisnahme des Schiedsrichters benötigen.

Nach dem obligatorischen Anstoß durch Bürgermeister Andreas Sunder und Ralph Brinkhaus, seines Zeichens Bundestagsabgeordneter für den Kreis Gütersloh, wurde schnell klar, dass die Schalker, auch wenn bekannte Stars aus jüngeren Vergangenheit leider verhindert waren und nicht anreisen konnten, wissen wie sie mit dem Ball umzugehen haben und ließen unsere Alten Herren viel laufen. Es entwickelte sich ein vergleichsweise intensives Spiel, auch wenn auf robuste Zweikämpfe weitestgehend verzichtet wurde. Mit gutem Kombinationsspiel kamen die Schalker oft bis zum Sechszehner, wurden da aber meistens durch unsere letzte Reihe aufgehalten. Nach ca. 10 Minuten war es dann aber doch soweit, dass die Schalker eine Lücke in unserer Viererkette fanden. Zwar war ein noch ein RWM-Fuß am Steckpass dran, aufhalten konnte dieser den Ball aber nicht. So musste RWM Torwart Dominik Göstenmeier ins 1v1 gegen den Schalker Stürmer, war ebenfalls mit dem Fuß dran, konnte den Einschlag aber auch nicht verhindern. Die Alten Herren fanden jetzt aber besser ins Spiel und konnten auch schnell zurückschlagen. Auf der linken Seite wurde Markus Brunsing freigespielt, der in den freien Raum dribbelte und im passenden Moment zu Maik Bolte rüber spielte, der frei dem Schalker Torwart eiskalt blieb und zum umjubelten Ausgleich einnetzte. Im Anschluss entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel in dem die Schalker Traditionself mehr Ballbesitz und mehr Offensivaktionen hatte, RWM konnte aber immer kleine Nadelstiche nach vorne setzen, die Abschlüsse waren aber meistens zu überhastet. Um die 30. Minute herum wechselte der verletzte RWM Spieler Bernd Wiesner, der als Aushilfstrainer für dieses Spiel an der Seitenlinie die Koordination übernahm, fast die komplette Mannschaft durch, damit alle Spieler des Kaders auf ihre Spielzeit kommen konnten. Mit einem Chipball über die neuformierte Abwehrkette fanden die Schalker allerdings schnell einen Weg das auszunutzen. Frei vor Torwart Göstenmeier, der als einziger Spieler aus der Startelf noch auf dem Platz stand, ließen ihm die Schalker mit einem Lupfer erneut keine Chance, das Tor zu verhindern. Mit frischen Kräften auf dem Platz konnten unsere Alten Herren aber zum Ende der Pause hin mehr und mehr das Zepter übernehmen und nur eine Minute später ausgleichen. Nach einer Flanke von der rechten Seite rutschte der Ball zu Dennis Kleinewietfeld durch, der aus der linken Strafraumecke zum Schuss ansetze. Abgefälscht durch die Hand von Willi Landgraf, der u.a. beim FC Gütersloh, Alemania Aachen und eben Schalke zum Rekordspieler der zweiten Bundesliga wurde, wurde der Ball für Schalke Schlussmann Christof Osigus unhaltbar abgefälscht. Ein letzter Klärungsversuch kam zu spät. RWM drückte jetzt auf den Führungstreffer, verpasste es die frischen Beine auszunutzen.

Nach der Pause blieb das weiter auf einem guten Niveau, die Schalker konnten, ihrerseits jetzt auch mit einigen frischen Kräften, aber mehr Spielkontrolle reinbringen und sich vereinzelte Chancen erarbeiten. Während bei unseren Alten Herren jetzt auch vermehrt die dritte Garde, z.T. auch Spieler aus der Startaufstellung wieder auf den Platz kamen, fehlte vermehrt die Feinabstimmung auf dem Platz, was die Schalker ausnutzen und zu einigen größeren Chancen kamen, die aber allesamt im letzten Moment geblockt werden konnten. War dies mal nicht der Fall war RWM Schlussmann Andre Sellemerten, zur Pause eingewechselt zur Stelle, der mit schönen Paraden Gegentore verhindern konnte. Das veranlasste sogar Stadionsprecher Jürgen Schlepphorst, ihn mit der Durchsage "Nicht umsonst nennen sie ihn Krake, Andre Sellemerten, meine Damen und Herren!" als einzigen Spieler abgesehen von den Torschützen positiv hervorzuheben. Zum Ende des Spiels hin kamen beim FC Schalke 04 noch die älteren Spieler auf den Platz, was unseren Alten Herren ermöglichte, Spielkontrolle zu übernehmen. Auch wenn die Schalker technisch und taktisch weiter starken Fußball zeigten, kam jetzt Schritt für Schritt das höhere Fitnesslevel aufgrund des z.T. deutlichen jüngeren Alters unserer Spieler zum tragen. Während bei den Schalkern die Spieler teils über 60 Jahre alt waren, oder im Fall von Siegfried Böninghausen schon über 70 Jahre, war der einzige RWM Spieler in ähnlicher Altersregion Werner Eickhölter, der seinen Einsatz aber schon Anfang/Mitte der zweiten Halbzeit hatte. Mit routiniertem Spiel schaffte es die Traditionself allerdings große Torchancen unsererseits zu verhindern. Somit endete das Spiel nach 80 gespielten Minuten mit 2:2.

Die Zuschauer konnten ein interessantes Spiel sehen, in dem beiden Mannschaften ihre Drangphasen hatten und einige gelungene Aktionen hatten. Die Schalker konnten allesamt zeigen, dass sie mit dem Ball immer noch umgehen können und das Training einmal in der Woche, sowie bis zu 30 Spiele im Jahr, sie zu einer eingespielten Truppe machen, auch wenn sich der Kader jedes Mal verändert. Ähnlich ist es bei unseren Alten Herren, die zwar deutlich weniger Spiele haben, aber aktuell mit einer Mannschaft daher kommen, die noch richtig Lust hat zusammen Fußball zu spielen und auch mit reichlich Talent versehen ist. Vergleicht man unser Ergebnis mit einigen Spielen gegen Ortsvereine aus dem letzten Jahr, fällt auf, dass die Traditionself auch gerne mal zweistellig trifft. Alles im allem hat auch das Spiel zu einer gelungenen Platzeinweihung beigetragen und auch die Schalker sprachen beim abschließendem Abendessen von einem gelungenen Veranstaltung, die auch ihnen Spaß bereitet hat.



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